Waschtisch aus alter Kommode selber bauen

Waschtisch aus alter Kommode selber bauen

Du möchtest deiner alten Kommode neues Leben einhauchen und sie in ein einzigartiges Waschplatz-Möbelstück verwandeln? Dieser Leitfaden richtet sich an kreative Heimwerker und DIY-Enthusiasten, die Wert auf Individualität, Nachhaltigkeit und den Charme von Upcycling legen. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du aus einer ausgedienten Kommode einen funktionellen und ästhetisch ansprechenden Waschtisch für dein Badezimmer oder Gäste-WC zaubern kannst.

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Das Projekt: Waschtisch aus alter Kommode selber bauen – Ein Überblick

Die Umwandlung einer alten Kommode in einen Waschtisch ist ein lohnendes Projekt, das nicht nur deinen Wohnraum personalisiert, sondern auch zur Reduzierung von Abfall beiträgt. Mit etwas handwerklichem Geschick und der richtigen Planung kannst du ein Unikat schaffen, das weit über die Funktionalität hinausgeht und deiner Einrichtung eine besondere Note verleiht. Dieser Prozess erfordert sorgfältige Planung bezüglich der Materialauswahl, der notwendigen Anpassungen und der Installation der Sanitärkomponenten.

Warum eine alte Kommode als Basis wählen?

Die Entscheidung, eine alte Kommode für dein DIY-Waschtischprojekt zu verwenden, bietet mehrere überzeugende Vorteile:

  • Einzigartigkeit und Charakter: Alte Kommoden haben oft eine Geschichte und einen individuellen Charme, den Massenprodukten fehlt. Jede Kommode ist anders und dein fertiger Waschtisch wird somit ein echtes Unikat sein.
  • Nachhaltigkeit und Upcycling: Anstatt ein neues Möbelstück zu kaufen und Ressourcen zu verbrauchen, gibst du einem alten Stück ein neues Leben. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und reduziert deinen ökologischen Fußabdruck.
  • Kosteneffizienz: Oftmals sind alte Kommoden auf Flohmärkten, in Antiquitätenläden oder sogar auf Kleinanzeigenportalen zu deutlich günstigeren Preisen erhältlich als vergleichbare neue Waschtischunterschränke.
  • Raumoptimierung: Kommoden bieten oft viel Stauraum in den Schubladen, der auch in einem Waschtisch nutzbar bleibt. Dies ist besonders vorteilhaft in kleineren Badezimmern.
  • Gestaltungsfreiheit: Du hast die volle Kontrolle über das Design. Ob du die Kommode im Originalzustand belässt, sie neu streichst oder mit neuen Beschlägen versiehst – die Möglichkeiten sind grenzenlos.

Materialien und Werkzeuge: Was du benötigst

Für den Bau deines Waschtischs aus einer alten Kommode benötigst du eine Reihe von Materialien und Werkzeugen. Die genaue Liste kann je nach Art der Kommode und deinen individuellen Designvorstellungen variieren.

Grundmaterialien:

  • Die Kommode: Wähle eine stabile Kommode, idealerweise aus Massivholz. Achte auf die Maße, um sicherzustellen, dass sie in dein Badezimmer passt und genügend Platz für das Waschbecken bietet.
  • Waschbecken: Entscheide dich für eine passende Spülenschüssel (Aufsatz- oder Einbauwaschbecken). Achte auf die Dimensionen und die Tiefe, um eine gute Funktionalität zu gewährleisten.
  • Armatur: Wähle eine Waschtischarmatur, die zu deinem Stil und dem Bohrlochdurchmesser im Waschbecken passt.
  • Siphon und Ablaufgarnitur: Diese sind essentiell für die Wasserableitung. Achte auf Kompatibilität mit deinem Waschbecken und den vorhandenen Anschlüssen.
  • Holzschutzmittel/Lack/Lasur: Zum Versiegeln des Holzes, um es vor Feuchtigkeit im Badezimmer zu schützen. Wähle ein Produkt, das für Nassbereiche geeignet ist.
  • Schrauben, Dübel und Montagekleber: Für die Befestigung und Stabilisierung.
  • Schleifpapier: Verschiedene Körnungen für die Vorbereitung des Holzes.
  • Silikon oder Acryl: Zum Abdichten zwischen Waschbecken und Arbeitsplatte sowie entlang von Wandanschlüssen.

Werkzeuge:

  • Messwerkzeug: Maßband, Zollstock, Winkel.
  • Sägen: Stichsäge (für Ausschnitte im Holz), ggf. Kreissäge (für Arbeitsplatte).
  • Bohrmaschine und Bohrer: Für Löcher für die Armatur, den Ablauf und zur Befestigung.
  • Schraubendreher oder Akkuschrauber.
  • Schleifmaschine (optional): Erleichtert das Schleifen.
  • Pinsel oder Farbroller: Zum Auftragen von Lack oder Lasur.
  • Cuttermesser.
  • Schutzausrüstung: Schutzbrille, Handschuhe, Atemschutzmaske.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Bau des Waschtischs

Phase Beschreibung Wichtige Hinweise
1. Planung & Vorbereitung Auswahl der Kommode, Festlegen der Position von Waschbecken und Armatur, Vermessen des Bades, Erstellen einer Skizze. Überprüfung der Stabilität und Tragfähigkeit der Kommode. Entscheidung, welche Schubladen erhalten bleiben oder umgebaut werden. Berücksichtige die Nähe zu Wasseranschlüssen und Abwasserleitungen. Prüfe, ob die gewählte Kommode die Last des Waschbeckens mit Wasser tragen kann. Plane den Stauraum realistisch.
2. Demontage & Anpassung der Kommode Entfernen von alten Beschlägen, Schubladen. Ggf. Kürzen von Schubladenfronten oder -seiten, um Platz für Rohre zu schaffen. Verstärken der Struktur, falls nötig. Dokumentiere oder fotografiere den ursprünglichen Zustand, um ggf. Teile wiederverwenden zu können. Achte auf eine saubere Demontage, um Beschädigungen zu vermeiden.
3. Erstellen der Arbeitsplatte & Ausschnitte Falls die ursprüngliche Kommodenoberfläche nicht geeignet ist, eine neue Arbeitsplatte zuschneiden (z.B. aus Holz, Stein, Verbundwerkstoff). Markieren und Ausschneiden des Lochs für das Waschbecken und ggf. für die Armatur. Präzises Messen ist entscheidend. Nutze die Schablone des Waschbeckens für den Ausschnitt. Bei Holz arbeite mit einer Stichsäge und schütze die Schnittkanten.
4. Oberflächenbehandlung Schleifen der Kommode und der Arbeitsplatte. Auftragen von Holzschutzmittel, Grundierung, Lack oder Lasur in mehreren Schichten, um das Holz vor Feuchtigkeit zu schützen. Gut trocknen lassen zwischen den Schichten. Verwende Produkte, die für Feuchträume geeignet sind. Achte auf eine gleichmäßige Verteilung und eine vollständige Versiegelung aller Oberflächen, auch unter dem Waschbecken.
5. Montage des Waschbeckens & der Armatur Einsetzen des Waschbeckens in die Arbeitsplatte. Befestigen der Armatur am Waschbecken. Anschließen des Siphons und der Ablaufgarnitur. Dichte die Ränder des Waschbeckens und der Armatur sorgfältig mit Silikon ab, um Wassereintritt zu verhindern. Stelle sicher, dass alle Dichtungen richtig sitzen.
6. Installation und Anschluss an die Wasserversorgung Positionieren des Waschtischs an seinem endgültigen Platz. Anschließen der Wasserzu- und -abläufe an die vorhandenen Hausanschlüsse. Testen auf Dichtheit. Im Zweifel einen Fachmann für die sanitären Anschlüsse hinzuziehen, um Leckagen und Wasserschäden zu vermeiden. Sichere die Kommode ggf. an der Wand.

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Wichtige Design- und Funktionsaspekte

Bei der Planung und Umsetzung deines Waschtischs aus einer Kommode gibt es einige Aspekte, die über die reine Funktionalität hinausgehen und deinem Projekt den letzten Schliff geben.

Auswahl des richtigen Waschbeckens:

Die Wahl des Waschbeckens beeinflusst maßgeblich das Erscheinungsbild und die Funktionalität. Du hast verschiedene Optionen:

  • Aufsatzwaschbecken: Diese werden auf die Arbeitsplatte gesetzt und verleihen dem Waschtisch eine moderne oder rustikale Optik, je nach Form und Material. Sie sind oft einfacher zu installieren.
  • Einbauwaschbecken: Diese werden von unten in die Arbeitsplatte eingebaut und schaffen eine nahtlose Oberfläche. Dies erfordert präzisere Ausschnitte und eine gute Abdichtung.
  • Materialien: Keramik ist am gebräuchlichsten, aber auch Glas, Naturstein oder Mineralguss sind erhältlich und bieten unterschiedliche ästhetische und pflegerische Eigenschaften.

Die Arbeitsplatte gestalten:

Die Arbeitsplatte ist die zentrale Fläche deines Waschtischs. Sie muss robust, wasserresistent und leicht zu reinigen sein.

  • Holz: Eine massivholzplatte kann optisch sehr reizvoll sein, benötigt aber eine sorgfältige und wiederholte Versiegelung, um sie vor Wasser zu schützen. Harthölzer wie Eiche oder Nussbaum sind widerstandsfähiger.
  • Stein oder Verbundwerkstoffe: Granit, Quarz oder Corian sind pflegeleichter und widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit und Flecken. Sie erfordern jedoch oft eine professionelle Bearbeitung für die Ausschnitte.
  • Fliesen: Du kannst die Arbeitsplatte auch mit Fliesen belegen, was eine individuelle Gestaltung ermöglicht, aber auch Fugenpflege erfordert.

Stauraum optimal nutzen:

Die Schubladen einer Kommode sind ideal für die Aufbewahrung von Handtüchern, Kosmetika und anderen Badutensilien. Überlege, wie du den vorhandenen Platz am besten organisierst.

  • Rohrdurchführungen: Plane die Positionen der Rohre sorgfältig, damit sie möglichst wenig Stauraum in den Schubladen wegnehmen. Ggf. müssen Schubladen seitlich oder hinten angepasst werden.
  • Schubladeneinsätze: Verwende spezielle Einsätze oder selbstgebaute Unterteilungen, um den Stauraum übersichtlich zu gestalten.
  • Offene Fächer: Wenn du die unteren Schubladen entfernst, kannst du auch offene Fächer für Körbe oder dekorative Boxen schaffen.

Die richtige Oberflächenbehandlung für Feuchträume:

Badezimmer sind Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit und direkter Wasserexposition. Daher ist eine geeignete Oberflächenbehandlung unerlässlich, um die Langlebigkeit deines Waschtischs zu gewährleisten.

  • Holzgrundierung: Eine wasserabweisende Grundierung schützt das Holz von innen.
  • Lacke und Lasuren: Spezielle Holzlacke für Feuchträume bilden eine widerstandsfähige, schützende Schicht. Achte auf Produkte, die nicht unter ständiger Feuchtigkeit leiden und leicht zu reinigen sind. Mehrere dünne Schichten sind besser als eine dicke.
  • Versiegelung von Schnittkanten: Besonders an den Schnittkanten der Arbeitsplatte, wo das Holz freiliegt, ist eine sorgfältige Versiegelung mit Silikon oder speziellem Holzsiegel wichtig.

Tipps für die Installation und Sicherheit

Die sichere Installation deines selbstgebauten Waschtischs ist von größter Bedeutung, um Schäden und Verletzungen zu vermeiden.

  • Stabilität und Verankerung: Stelle sicher, dass die Kommode stabil auf dem Boden steht. Bei größeren oder schwereren Waschbecken ist es ratsam, die Kommode zusätzlich an der Wand zu befestigen (Wandanker).
  • Abdichtung: Verwende Sanitärsilikon, um alle Übergänge abzudichten: zwischen Waschbecken und Arbeitsplatte, an den Rändern der Armatur und an Wandanschlüssen. Dies verhindert, dass Wasser in das Holz eindringt.
  • Rohrinstallation: Die Anschlüsse für Wasserzu- und -ablauf sollten fachgerecht erfolgen. Wenn du dir unsicher bist, ist es ratsam, einen Klempner zu beauftragen. Achte auf die richtigen Dichtungen und Verbindungen, um Leckagen zu vermeiden.
  • Belüftung: Ein gut funktionierender Siphon sorgt für eine ausreichende Belüftung des Abwassersystems und verhindert Geruchsbelästigung.
  • Schutz vor Überlauf: Wenn dein Waschbecken keinen integrierten Überlauf hat, solltest du über eine externe Lösung nachdenken oder sehr vorsichtig beim Öffnen des Wasserhahns sein.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Waschtisch aus alter Kommode selber bauen

Ist eine alte Kommode für einen Waschtisch stabil genug?

Die Stabilität einer alten Kommode hängt stark von ihrer Bauweise und dem Material ab. Massivholzkommoden sind in der Regel stabiler als solche aus Spanplatten. Es ist ratsam, die Struktur gründlich zu prüfen und ggf. mit zusätzlichen Verstrebungen oder einer stabilen Arbeitsplatte zu sichern. Die Verankerung an der Wand ist oft eine sinnvolle zusätzliche Sicherheitsmaßnahme.

Welche Art von Holzschutz ist für einen Waschtisch aus Kommode am besten geeignet?

Für den Einsatz im Badezimmer sind wasserabweisende und feuchtigkeitsbeständige Holzschutzmittel unerlässlich. Hochwertige Bootslacke, spezielle Holzlacke für Feuchträume oder Epoxidharze bieten einen guten Schutz. Eine sorgfältige Behandlung aller Oberflächen, Kanten und Schnittstellen ist entscheidend. Regelmäßige Überprüfung und ggf. Erneuerung des Schutzes sind empfehlenswert.

Wie schaffe ich Platz für die Sanitärrohre in den Schubladen?

Um Platz für Siphon und Rohre zu schaffen, müssen die Schubladen in der Regel angepasst werden. Dies kann bedeuten, dass du die Rückseite oder Seiten der Schubladen ausschneidest oder sogar ganz entfernst. Manchmal ist es auch möglich, die gesamte Schubladenkonstruktion tiefer zu setzen. Eine sorgfältige Planung im Vorfeld hilft, die optimalen Positionen für die Rohre zu finden, um den Stauraum so gut wie möglich zu erhalten.

Welche Kommoden eignen sich am besten für dieses Projekt?

Massivholzkommoden sind ideal, da sie am stabilsten und am besten zu bearbeiten sind. Achte auf eine solide Verarbeitung, feste Verbindungen und eine gute Substanz. Kommoden mit tiefen Schubladen bieten zudem mehr Stauraum. Vintage- oder antike Kommoden verleihen deinem Waschtisch einen besonderen Charme.

Muss ich einen Fachmann für die Installation der Wasseranschlüsse hinzuziehen?

Die Installation von Wasserzu- und -abläufen erfordert technisches Verständnis und handwerkliches Geschick. Wenn du dir unsicher bist, insbesondere bezüglich der korrekten Abdichtung und der Einhaltung von Bauvorschriften, ist es dringend ratsam, einen qualifizierten Installateur zu beauftragen. Falsch angeschlossene Rohre können zu erheblichen Wasserschäden führen.

Wie schütze ich das Holz unter dem Waschbecken vor Feuchtigkeit?

Das Holz unter dem Waschbecken ist besonders anfällig für Spritzwasser. Es ist wichtig, diesen Bereich gründlich zu behandeln und zu versiegeln, idealerweise mit mehreren Schichten eines robusten Lackes oder Epoxidharzes. Eine zusätzliche Schutzfolie oder eine abwaschbare Beschichtung kann hier sinnvoll sein. Achte zudem darauf, dass die Abdichtung zwischen Waschbecken und Arbeitsplatte perfekt ist.

Kann ich auch eine Kommode aus Spanplatte verwenden?

Die Verwendung einer Kommode aus Spanplatte für einen Waschtisch ist generell nicht empfehlenswert, da dieses Material sehr feuchtigkeitsempfindlich ist und bei Wasserkontakt schnell aufquillt und sich zersetzt. Wenn du unbedingt eine solche Kommode verwenden möchtest, müsstest du sie mit sehr dichten und wasserundurchlässigen Beschichtungen (z.B. spezielle Harze oder Epoxidlacke) behandeln, was den Aufwand und die Kosten erheblich erhöht und trotzdem keine 100%ige Sicherheit bietet.

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